Mein Baby schreit viel und kommt nicht zur Ruhe.

Wir beleuchten Ursachen für das Schreien und geben Ratschläge wie man den Bedürfnissen des Kindes entgegen kommt.
11.9.2022

Das Kind verstehen

Es ist dunkel, warm, gemütlich. Du fühlst dich sicher und geborgen. Manchmal hörst du eine Stimme, die immer vertrauter wird und dein Herz jedes Mal höher schlagen lässt, sobald du sie hörst. Du wirst immer größer und langsam wird der Ort zu klein für dich. Bevor du begreifst, was geschieht, wirst du aus deiner warmen, gewohnten Höhle gerissen. Der neue Ort ist hell, viel zu hell und kalt. Und es ist laut. Das geborgene, sichere, leichte Gefühl ist weg und eine ganz neue Welt mit unbekannten Geräuschen, Gerüchen und Eindrücken liegt vor dir.

Die ersten Tage, Wochen und Monate im Leben eines Menschen sind eine unvorstellbare Anpassungsleistung. Alles ist neu und ein Baby noch nicht voll ausgereift, um all die ungewohnten Eindrücke wahrnehmen und verarbeiten zu können.1 Jeden Tag ist ein Baby neuen Reizen ausgesetzt und braucht seine Eltern, um mit diesen zurecht zu kommen (Co-Regulation).

Die Hauptkommunikationsform, die dem Kind zur Verfügung steht, ist das Schreien. Es schreit, wenn es hungrig ist, wenn es müde ist, wenn ihm zu kalt oder warm ist, wenn es Schmerzen hat und so weiter. Das Schreien an sich ist ganz normal und gehört zu einem Baby dazu. Im besten Fall reagieren die Eltern schnell und angemessen auf das Schreien des Kindes, indem sie sein Bedürfnis stillen. Ist es hungrig, wird es gestillt oder bekommt ein Fläschchen. Ist es müde, wird es in den Schlaf begleitet. Doch nicht immer ist das Schreien so leicht einem Bedürfnis zuzuordnen oder die Grundbedürfnisse wurden alle gestillt und dennoch schreit das Baby (weiter), scheinbar grundlos.

Für Eltern ist dies eine herausfordernde Situation. Zum einen versetzt uns das Schreien eines Babys automatisch in Alarmbereitschaft. Das ist gut von der Natur eingerichtet, da ein Baby ohne unsere Hilfe Gefahren schutzlos ausgeliefert wäre und auf erwachsene Menschen angewiesen ist, die sich um es kümmern. Doch gleichzeitig steigt der Stresspegel, sobald wir ein Baby schreien hören. Hört es nach einigen Minuten wieder auf, ist alles in Ordnung. Doch schreit es über einen längeren Zeitraum, ist dies für die Eltern bzw. Bezugspersonen eine mitunter enorme Belastung.2

Vor allem in den ersten Wochen schreien Babys noch häufig ohne ersichtlichen Grund und lassen sich nicht immer leicht beruhigen. Das Schreien nimmt in der Regel in den ersten Lebenswochen zu, erreicht mit ca. 6 Wochen seinen Höhepunkt und nimmt dann langsam wieder ab, bis es mit ca. 3 Monaten deutlich weniger bis kaum noch vorhanden ist.

Je älter ein Baby ist, desto besser sind Eltern und Kind eingespielt. Eltern lernen die verschiedenen Signale ihres Babys immer besser kennen und passen ihr Verhalten darauf an (-> Intuitive elterliche Kompetenzen). Auch die Babys entwickeln sich immer weiter, gewöhnen sich an ihr Umfeld, neue Reize und lernen jeden Tag etwas Neues dazu.

Dennoch können insbesondere die ersten drei Monate eine hohe Belastungsprobe darstellen, wenn das Baby viel schreit und nur schwer zur Ruhe kommt. Dies ist normal und es wird besser! Es gibt jedoch ein paar Aspekte, die man als Eltern berücksichtigen kann, um den Bedürfnissen und dem Entwicklungsstand des Kindes etwas entgegen zu kommen. Die folgenden fünf Punkte sind für alle Familien relevant und hilfreich, auch wenn jedes Kind individuell anders ist.

1. Tagesstruktur & Routine

Versucht in den ersten Wochen möglichst auf größere Ausflüge oder zu viel Besuch zu verzichten. Wenn es klare Abläufe im Laufe des Tages gibt, kann sich das Baby leichter darauf einstellen und sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnen.

2. Reizreduktion

Ein kleines Baby braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Es genügen Mama und Papa. Wartet mit viel Spielzeug oder Animation, bis das Baby etwas älter ist, damit es nicht zu vielen neuen Reizen gleichzeitig ausgesetzt ist.

3. Weniger ist mehr

Gilt nicht nur bei neuen Reizen, sondern auch bei Beruhigungsversuchen. Wenn ihr merkt, dass eurem Baby etwas guttut, bleibt dabei. Wenn es schreit und die Grundbedürfnisse gestillt sind, haltet es im Arm und bleibt bei einer Position, anstatt häufig oder zu schnell zwischen verschiedenen Positionen oder Hilfen zu wechseln.

4. Viel Körperkontakt

Grundsätzlich ist Körperkontakt das Beste für euer Baby. Es ist den Geruch von seinen Eltern bereits früh gewohnt und fühlt sich dadurch sicher und geborgen.

5. Entlastung

Achtet auch auf eure Bedürfnisse! Ein kleines Baby fordert viel Kraft und Aufmerksamkeit, vor allem, wenn es noch so klein ist. Es ist daher auch für die Eltern wichtig zwischendurch Kraft zu tanken. Vielleicht können Großeltern oder Freunde das Kochen oder den Haushalt übernehmen? Oder mit dem Baby im Kinderwagen oder mit der Trage spazieren gehen?

Diese Aspekte sollten bereits ein wenig Abhilfe schaffen im Umgang mit dem Schreien in den ersten drei Monaten. Solltet ihr dennoch Fragen haben oder unsicher sein, wie ihr gut mit dem Schreien eures Babys umgehen könnt, meldet euch gerne für ein kostenloses Beratungsgespräch bei uns!

Unser Impuls für dich

Sei der Ruhepol für dein Kind

1

Lass dich durch zu viele verschiedene Ratschläge nicht aus der Ruhe bringen.

2

Setz dich selbst nicht zu sehr unter Druck, wenn nicht alles sofort klappt.

3

Nimm dir Zeit für dich und frag bei Freunden oder Familie nach Unterstützung.

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