Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Diese Fragen stellt man sich häufig im Rahmen der Erziehung von Kindern. An dieser Stelle beziehen wir uns auf das Thema „Einschlafhilfen“. Denn viele Kinder schlafen zeitweise mit einer Unterstützung ein, die man nicht ewig gewährleisten kann. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, diese wegzunehmen oder zu ersetzen?
11.9.2022

Lieb gewonnene Einschlafhilfen kommen in allen möglichen Formen und Farben vor. Besonders beliebt sind in den ersten Monaten das Stillen, bzw. Nuckeln an der Brust/Flasche oder das Tragen, Wippen/Schaukeln auf dem Arm oder in einem Tragetuch.

Die erste Frage, die aufkommt, ist:

Warum mögen Kinder genau diese Hilfen besonders gerne?

Das Einschlafstillen ist eine ganz natürliche und geborgene Einschlafhilfe. Das Kind ist eng an seiner Mutter, riecht ihren Körpergeruch, fühlt sich sicher und wohl. Gleichzeitig bietet die Milch schlaffördernde Inhaltsstoffe, die dem Kind helfen in den Schlaf zu gleiten. Auch das Nuckeln allgemein (an einer Flasche, an der Brust oder mit einem Schnuller) hat eine beruhigende Wirkung und dient prima als Hilfe.

Das Tragen und der enge Körperkontakt vermitteln ebenfalls Sicherheit. Babys lieben Bewegung und Körperkontakt. Sie kennen es aus dem Mutterleib und fühlen sich dadurch rundum geborgen. Auch Bewegung ohne Körperkontakt (z.B. in einer Wippe oder Federwiege) kann dieses Gefühl vermitteln.

Selbstverständlich gelten diese Hilfen nicht als Ideal, sondern sind ebenso Optionen wie andere. An dieser Stelle geht es lediglich darum zu erklären, warum verhältnismäßig viele Kinder genau diese Hilfen bevorzugen.

Warum sollte man diese Hilfen abgewöhnen?

Erst einmal ist es nicht nötig eine Hilfe abzugewöhnen, solange sie für alle Beteiligten gut funktioniert! Wenn jedoch eine Hilfe auf Kosten einer Person geht, sie diese Hilfe nicht mehr leisten kann oder möchte, sollte man diese schrittweise abgewöhnen und ggf. eine Alternative finden. Oft wird geraten, dass das Kind schon vorher andere Einschlafhilfen kennenlernen sollte, da das die spätere Entwöhnung dann leichter macht. Das ist erst einmal nicht verkehrt. Nur manchmal sind die Babys am Anfang noch nicht bereit dazu, andere Hilfen anzunehmen. Deshalb gibt es auch nicht den einen richtigen Zeitpunkt etwas abzugewöhnen und i.d.R. auch kein „zu spät“. Wie so oft kommt es dabei ganz auf das eigene Bauchgefühl und die individuelle Situation drauf an. Bei manchen klappt es schon mit wenigen Monaten das Kind abzulegen und zum Einschlafen zu bringen, indem es gestreichelt oder besungen wird. Andere brauchen noch länger den direkten Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen, das Tragen oder Nuckeln, um gut einschlafen zu können. Und nichts ist falsch daran. Um dem Kind die Möglichkeit zu geben, auch andere Strategien für sich zu finden, sollte man jedoch regelmäßig ausprobieren, das Kind beispielsweise auch einmal abzulegen oder im Bett in den Schlaf zu begleiten (bzw. die Hilfen zu reduzieren – sofern sich das gut und richtig anfühlt!). Denn die Entwicklung der Kinder spielt uns dabei in die Karten. Je älter sie werden, desto leichter werden solche Schritte möglich sein. Nur ausprobieren muss man es von Zeit zu Zeit, damit die Kinder die Erfahrung machen können, dass es auch anders geht.

Was tun, wenn ich eine lieb gewonnene Hilfe endgültig beenden oder ersetzen möchte?

Es gibt genauso viele Wege und Optionen Kinder in den Schlaf zu begleiten, wie auch Lösungen oder Ansätze, diese wieder abzugewöhnen oder zu ersetzen. Es gibt auch sanfte Wege und Möglichkeiten, die bedürfnisorientiert und liebevoll sind. Es muss also nicht von heute auf morgen liegend im Bett funktionieren, wenn das Kind vorher z. B. im Arm eingeschlafen ist. Man findet immer kleine Zwischenschritte, die ebenso zum Ziel führen.

Es ist schwierig an dieser Stelle konkrete Vorschläge zu präsentieren, da es wichtig ist individuell zu schauen, was für die jeweiligeFamilie und Situation passend ist. Wenn ihr euch Unterstützung bei diesem Thema wünscht, könnt ihr euch jederzeit gerne an uns wenden und ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.

Unser Impuls für dich

Findet euren ganz eigenen Weg.

1

Es gibt weder DAS eine Einschlafritual, noch DEN richtigen Zeitpunkt, etwas zu beenden oder anzufangen.

2

Schaue sowohl auf die Bedürfnisse deines Kindes, als auch auf deine eigenen. Wenn du etwas verändern möchtest, ist das immer legitim und in Ordnung.

3

Je älter dein Kind wird, desto mehr kann man ihm zutrauen und ausprobieren. Aber immer ohne Druck und nur dann, wenn es sich für euch richtig anfühlt.

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